Jürgen Seibold

It's My Life: Jon Bon Jovi. Biografie

Neues Leben
VÖ: 2022

Vom Posterboy zum Weltstar

Anlässlich des 60. Geburtstags von Jon Bon Jovi zeichnet Jürgen Seibold in It’s My Life den Lebensweg des Enkels sizilianischer Einwanderer vom hart arbeitenden Posterboy der Achtziger-Rockszene zum sozial engagierten Weltstar heutiger Tage nach. Als Grundgerüst dient Seibold, der sein Geld hauptsächlich als Autor von Krimis mit schwäbischem Lokalkolorit verdient, seine bereits vor dreißig Jahren erstmals veröffentlichte Biografie der Band aus New Jersey, die er nun um die drei Jahrzehnte nach Keep The Faith (1992) aufgestockt hat.

In flüssigem Erzählstil hangelt sich Seibold chronologisch an den Meilensteinen im Leben des 1962 als John Francis Bongiovi Jr. geborenen Sängers entlang und weiß die jeweiligen Stationen auch durch passende Anekdoten aufzuwerten. Anders aber, als es der Titel vermuten lässt, war die Hauptperson an der Entstehung dieser Biografie ebenso wenig beteiligt wie seine Weggefährten: Die Zitate hat der Autor bei unterschiedlichsten Quellen eingesammelt, sie stammen aus Interviews, die Journalisten in den vergangenen vierzig Jahren mit Jon Bon Jovi geführt haben.

Kenner der Materie dürfen sich daher kaum neue Erkenntnisse von diesem Buch erhoffen. Wer bislang aber nur die groben Eckdaten aus dem Werdegang des Protagonisten kennt, kann hier auf kurzweilige Art mehr über den charismatischen Frontmann erfahren, dessen Aktivitäten der Autor auch abseits seiner Band Bon Jovi beleuchtet.

Von der ersten Gitarre, die dem in der Schule anfangs unpopulären Italo-Amerikaner mehr Anerkennung verschafft, seiner Liebe zu damaligen Lokalmatadoren wie Bruce Springsteen und Southside Johnny bis hin zu den ersten Aufnahmen im Power Station Studio, wo sich der junge Jon als Laufbursche nächtliche Sessions ermöglicht: Detailliert schildert Seibold die Anfangstage seiner Karriere.

Danach verfällt er aber in einen munteren Galopp, der Aufstieg zum weltweiten Erfolg und die wahnwitzige Zeit von Slippery When Wet (1986) und New Jersey (1988) werden ebenso knapp abgehandelt wie die folgenden Dekaden, die schließlich in der Trennung des Erfolgsduos Jon Bon Jovi und Richie Sambora münden. Seibold liefert zwar die Fakten, aber gerade hier wäre ein tieferer Blick hinter die Kulissen interessant gewesen. Den allerdings vermögen nur die Beteiligten zu liefern — nicht aber der Autor dieses Buches.

Mit 16 Seiten farbigen Fotos, einer ausführlichen Diskografie und einer Auflistung aller Filmauftritte versehen, überbrückt It’s My Life allenfalls die Wartezeit bis zum Erscheinen einer Autobiografie.

Keine Wertung

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