Ein maskiertes Kollektiv mit Pseudonymen, das opulente Rockmusik macht — anhand dieser Beschreibung könnte man zum Schluss kommen, dass es sich bei The Protomen um Ghost-Epigonen handelt. Weit gefehlt: Ihr Debüt Act I (2005) erschien bereits, als Tobias Forge noch in der Death Metal-Band Repugnant spielte. Vor allem aber unterscheiden sie sich musikalisch und inhaltlich deutlich von der schwedischen Erfolgsformation. Kultstatus genießt die achtköpfige Truppe vor allem in der Gaming-Szene: Ihre Konzept-Reihe, die mit ihrem Einstand begann und 2009 mit Act II: The Father Of Death fortgeführt wurde, ist inspiriert von der Videospiel-Serie Mega Man. 17 Jahre später erscheint nun in Act III: This City Made Us deren Abschluss. Darauf haben sie ihre Einflüsse zu einer mitreißenden Pomp-Rock-Oper verwoben: Die überlebensgroße Theatralik von Meat Loaf, der Synthesizer-beschlagene Melodic-Rock von Styx und die chorunterfütterte, gleichwohl hart rockende Pop-Sensibilität von Queen — die sie einst mit dem Live-Album The Protomen Present: A Night Of Queen (2012) ehrten — ergeben den Grundteig. Dieser wird etwa garniert mit Metal (›This City Made Us‹), Pink Floyd-Reminiszenzen (›No Way Back‹) oder Ausflügen in die Klangwelt von Ennio Morricone (›A Show Of Force‹). Act III ist ein wilder Ritt, ungemein eingängig und auch nach mehreren Durchläufen noch immer für Überraschungen gut.
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