Dass man sich an Starz heute vorrangig als gescheiterte Band aus der Businessblase von Kiss erinnert, wird ihrer Musik nicht im Ansatz gerecht. Der 1950 in New York geborene Richie Ranno hatte sich bereits in eigenen Formationen den Ruf des Club-Gitarrenhelden erspielt und war 1974 in den Village Recorder Studios zugegen, als die mit ihm befreundeten Kiss Hotter Than Hell einspielten.
Deren Manager Bill Aucoin bekam Wind von Rannos eigener Combo und brachte Starz beim Major-Label Capitol unter. Die musikalische Nähe zu den frühen Kiss (›Live Wire‹) ist gerade auf dem von Jack Douglas (John Lennon, Aerosmith, Cheap Trick) produzierten Debüt nicht zu überhören, das 1976 entstand: eine wunderbare Hardrock-LP der frühen Siebziger, die mit Power-Pop-Anleihen und chorunterstützten Harmonie-Refrains begeistert.
Große Hoffnung lag ein Jahr später auf dem ebenso von Douglas zurechtgebogenen Violation: ein ungleich durchdachteres und in allen Belangen filigraneres Album, das als stärkste Platte der von Sänger Michael Lee Smith angeführten Band herhält. Der euphorisch strahlende Single-Hit ›Cherry Baby‹ scheint sich ein bisschen in Richtung Boston zu strecken. ›Sing It, Shout It‹ erregte nicht nur wegen des geradezu übernatürlichen Refrains einiges an Aufmerksamkeit, ohne dass Starz Kapital daraus hätten schlagen können. Es folgen 1978 das drucklos-zerfranste Attention Shoppers! wie auch das versöhnende Coliseum Rock, ehe sich Starz auflösen und Ranno und Smith bei den noch weitaus glückloseren Hellcats weitermusizieren.







