Subsignal
Gentle Art Of Music
VÖ: 2023
Vier Jahre lang haben Subsignal an ihrem sechsten Studio-Album gebastelt. Das Ergebnis ist entsprechend gereift und kann als Gegenstück zum Vorgänger "La Muerta" angesehen werden. Nicht, dass die Prog-Rocker je einen ungeschliffenen Schnellschuss veröffentlicht hätten, aber so homogen haben Subsignal ihre Mischung aus melancholischen Melodien mit einem Hauch AOR und den metallischen Wurzeln von einst noch nie hinbekommen.
KK's Priest
Napalm
VÖ: 2023
Während die früheren Kollegen von Judas Priest ohne ihn mit dem kraftstrotzenden Firepower bewiesen haben, dass sie nach wie vor voll im Saft stehen, wirkt das zweite Downing-Werk The Sinner Rides Again bemüht, konstruiert und vor allem: erschreckend beliebig.
Black Stone Cherry
Mascot
VÖ: 2023
Sich auf leisen Sohlen anzupirschen ist nicht ihr Ding, Black Stone Cherry fallen auf "Screamin’ At The Sky" gerne mit der Tür ins Haus. Dass die Stücke ihres achten Studio-Albums vorrangig auf der letztjährigen Tour entstanden, öffnete den prächtig aufeinander eingespielten Musikern einen Raum, im dem massive Southern-Rock-Riffs und umherflirrende Groove-Rock-Elemente eine mitreißende Allianz eingingen.
Trevor Rabin
InsideOut
VÖ: 2023
Nach drei tollen, aber völlig verkannten Melodic-Rock-Alben gelangte Trevor Rabin zur Yes-Mitgliedschaft der "90125"-Phase und machte sich hernach einen Namen als Filmmusik-Komponist. Lässt man das rein instrumentale "Jacaranda" (2012) außer Acht, ist Rio sein erstes Lebenszeichen seit dem exzellenten "Can’t Look Away" (1989).
Kvelertak
Rise Records
VÖ: 2023
Als Kvelertak 2010 mit ihrem selbstbetitelten Debüt auf der Bildfläche erschienen, trafen sie mit ihrer aparten Mischung aus Black Metal, Classic Rock und Punk’n’Roll einen Nerv, der sie einige Jahre später ins Vorprogramm von Metallica brachte. Endling ist das fünfte Album der Formation und das zweite mit Sänger Ivar Nicolaisen, der 2018 Erlend Hjelvik ersetzte.
Royal Blood
Warner
VÖ: 2023
Royal Blood als die britische Antwort auf die Black Keys zu bezeichnen, wäre zu viel der Ehre. Dazu fehlt der bluesige Ansatz, denn das Duo aus Worthing wildert auf seinen Alben immer mal wieder in allen Bereichen, die ihm in den Sinn kommen.
Extreme
EAR Music
VÖ: 2023
Klang das 2008 erschienene Comeback-Werk "Saudades De Rock" danach, als trennten es nicht 13, sondern allenfalls drei Jahre von dem 1995 mit "Waiting For The Punchline" geschlagenen Pausengong, dürften sich nun tatsächlich nicht wenige verdattert die Frage stellen, wie viele Zwischenschritte auf dem Weg zu "Six" sie bei Extreme womöglich verpasst haben.
Wytch Hazel
Bad Omen
VÖ: 2023
Das Quartett aus Lancaster muten an wie aus der Zeit gefallen. Und es bleibt seiner Linie treu: Auch auf "IV: Sacrament" zelebrieren Wytch Hazel ihren mit Folkschlieren durchzogenen Hardrock enthusiastisch, ignorieren konsequent das Treiben um sie herum und klingen genau dadurch so authentisch.
Wadada Leo Smith
Kabell/Bandcamp
VÖ: 2023
Auf seine alten Tage will es Wadada Leo Smith noch einmal so richtig wissen. Mit 81 Jahren hat der Trompeter ein fettes Electric-Jazz-Album gestrickt, das Miles Davis’ Meilenstein "Agharta" (1975) nicht nachbaut, sondern unter den studiotechnischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts in unsere Zeit transformiert.
The Defiants
Frontiers
VÖ: 2023
Auch wenn sie sich anders nennen: Im Grunde sind The Defiants die Fortführung der Neunziger-Inkarnation von Danger Danger mit Paul Laine. Und so besticht nach zwei fantastischen Vorgängerplatten auch "Drive" mit melodischem Hardrock der profilstarken Extraklasse.
Ben Harper
Chrysalis
VÖ: 2023
Über die Jahre hinweg ist Ben Harper zu einer herausragenden Figur der amerikanischen Roots-Musik gewachsen. Auf "Bloodline Maintenance" (2021) spielt er zuletzt mit dem Soul und Funk der Siebziger und befasste sich inhaltlich mit seiner Familiengeschichte. Nun folgt in "Wide Open Light" ein umso weniger geschliffenes Album.
All For Metal
AFM
VÖ: 2023
Als gemeinsamen Faszinationspunkt haben Tim "Tetzel" Schmidt (Asenblut) und Antonio Calanna (DeVicious) die Energie eines Manowar-Konzerts ausgemacht. Mit denen haben All For Metal vor allem Klischeetexte gemein, orientieren sich ansonsten aber eher an der aktuell beliebten Sparte des melodischen Kostüm-Metal.
Eloy
Drakkar
VÖ: 2023
Die Stimme des Erzähler taucht wie aus einem Klangnebel auf und signalisiert: Frank Bornemann hat auch auf dem 20. Eloy-Album — dem dritten Epos über Jeanne D’Arc —noch immer viel zu sagen.
Crown Lands
Universal Canada
VÖ: 2023
Wer es versäumte, Crown Lands nach Erscheinen ihres ersten Albums auf dem Beobachtungsradar zu behalten, dürfte einigermaßen erstaunt darüber sein, welch bemerkenswerte Entwicklung das kanadische Duo in den zurückliegenden drei Jahren hinter sich gebracht hat — und welche Wellen ihr Zweitwerk mittlerweile schlägt.
Virgin Steele
Steamhammer
VÖ: 2023
Nach dem haarsträubenden Nocturnes Of Hellfire & Damnation widmen sich Virgin Steele thematisch wieder dem frühen Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Dafür hat Mastermind David DeFeis die exaltierten Gesangsmarotten des Vorgängers auf ein Mindestmaß reduziert.
Boys From Heaven
Target
VÖ: 2023
Boys From Heaven aus Dänemark wollen den Sound der Achtziger in die heutige Zeit hieven — ein Anliegen, das auch das Night Flight Orchestra seit geraumer Zeit äußerst erfolgreich verfolgt. Die Dänen gehen wie schon bei ihrem Debüt "The Great Discovery" (2020) auf "The Descendant" noch einen Schritt weiter.
Eric Bibb
Dixiefrog
VÖ: 2023
Eric Bibb ist beileibe kein Lautsprecher, aber ein Musiker mit Message, die er statt in Wutreden gern in Wohlklang fließen lässt: Jeder Song auf "Ridin'" kommt hier wie von Hand gemalt daher. Technisch ist alles dabei: Bleistiftzeichnung, Aquarell, Ölgemälde — in Form von 14 höchst unterschiedlichen, fein instrumentierten und ausarrangierten Songs.
Roxanne
Ratpak
VÖ: 2023
Dass sich Bands nach jahrzehntelanger Funkstille im Alter noch einmal aufraffen und sich in neue Abenteuer stürzen, ist nicht ungewöhnlich. Dass es einen Unterschied macht, ob kurzfristiges Industriegeld lockte oder der Spaß am Musikmachen zu neuen Liedern führte, lässt sich anschaulich am Beispiel Roxanne ablesen.
Yes
InsideOut
VÖ: 2023
Die unzähligen Besetzungswechsel der letzten Jahre haben den roten Faden im Schaffen von Yes abreißen lassen. Mit "The Quest" (2021) und nun auch mit "Mirror To The Sky" zeigt die Formkurve zumindest partiell wieder nach oben.
Metal Church
Reaper Entertainment
VÖ: 2023
Der Nachfolger zu Damned If You Do war bereits geschrieben, als der Tod von Sänger Mike Howe Metal Church aus der Bahn warf. Als Reaktion haben sie einen neuen Mann ans Mikro gerufen, der sich stark von seinem Vorgänger abhebt. Und der spürbar von Originalreibeisen David Wayne beeinflusst wurde.
Richard Bargel
Clementine Music
VÖ: 2022
Richard Bargel hat alles gemacht und noch mehr gesehen in den fünf Jahrzehnten seiner Karriere. Nun hat der 72-jährige Blues-Mann, Sänger, Gitarrist, Schauspieler, Dichter, Moderator und Charakterkopf der Kölner Szene seine Erfahrungen in die glühend heißen Blues- und Americana-Sounds des Albums "Dead Slow Stampede" fließen lassen.

DAS AKTUELLE HEFT

Das neue ROCKS ist da! Heft Nr. 97 (06/2023) ab heute im Handel!