Tyler Bryant & The Shakedown

Truth And Lies

Spinefarm
VÖ: 2019

Reifeprozess passionierter Rampensäue

Wer als blutjunge und noch verhältnismäßig unerfahrene Band das Vorprogramm von AC/DC, Guns N’ Roses und Aerosmith im Abo hat, setzt sich zwangsläufig sehr schnell mit dem Vorwurf des Hype auseinander — erst recht, wenn der Vater des zweiten Gitarristen Brad Whitford von Aerosmith ist. Klar war, dass die Band um den 28-jährigen Sänger und Gitarristen Tyler Bryant mit ihrem dritten Album die Versprechen einlösen musste, die ihr Zweitwerk Tyler Bryant & The Shakedown 2017 gemacht hatte.

Truth And Lies gelingt das mit überraschender Leichtigkeit, selbst wenn ihre erfrischend unkomplizierte Mischung aus bluesverwurzeltem Heavy- und scharfkantigem Classic Rock in Songs wie ›Cry Wolf‹ oder ›Without You‹ noch als halbwegs konventionelle Pflichtübung durchgeht. Aber richtig gut sind sie eben auch hierin. Das Quartett folgt einer ausgeklügelten Rock’n’Roll-Dramaturgie, die im abschließenden ›Couldn’t See The Fire‹ mit seinem anschwellenden Gitarren-Sturm nicht den einzigen Höhepunkte findet.

Ein weiterer ist die schleppend-düstere Folk-Moritat ›Judgement Day‹, die auch wunderbar zur Untermalung der Biker-Serie Sons Of Anarchy gepasst hätte. Den Reifeprozess dieser passionierten Rampensäue belegen zudem der coole Southern Rocker ›Trouble‹, die aufrichtige, von Bryant fantastisch gesungene Ballade ›Out There‹ und ›On To The Next‹: Ein waschechter Hit, der den Drive von Aerosmith mit dem „modernen“ Biss der Rival Sons kombiniert. Da geht also doch was!

(9/10)
TEXT: MARKUS BARO

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