Wucan zählen zur Speerspitze des deutschen Retro-Rock und haben ihr Profil so geschärft, dass sie unverwechselbar sind. Während manche Bands in einem gleichklingenden Moor aus Heavy-, Stoner- und Psych-Rock versumpfen, waren Wucan schon immer störrischer, widerspenstiger. Die deutlichen Ostrock-Einflüsse, Frontfrau Francis Tobolskys Flöten- und Thereminspiel, der unstillbare Durst nach Weiterentwicklung — all das schlägt sich auch in Axioms nieder. Der proggige und anspruchsvolle Opener ›Spectres Of Fear‹ mag für Easy-Listening-Ohren etwas anstrengend wirken, doch Wucan schaffen es eigentlich immer, ihre Kreativität mit Eingängigkeit perfekt auszubalancieren. In ›Wicked, Sick And Twisted‹ tauschen sie den Hardrock gegen Munich Sound, man denkt stellenweise an Donna Summers betörendes ›Love To Love‹. Beim geradlinigen Beat von ›KTNSAX‹ inklusive New-Wave-Anleihen springt sofort das Tanzzentrum im Hirn an. Das kritische ›Holz auf Holz‹ dürfte mit seiner deutlichen Ostrock-Ausrichtung „klassische“ Wucan-Fans erfreuen. ›Axioms‹ beginnt als sanfte Prog-Ballade mit Flötenintro, baut Energie auf, lässt sie los, fällt zusammen, erhebt sich wieder. Episch. Bevor das grandiose ›Fountain Of Youth‹ richtig schmissig wird, brilliert Tobolsky mit der sanften Seite ihrer stimmlichen Bandbreite, der Vibe erinnert hier an die Sixties-Band It’s A Beautiful Day. Axioms ist eine grandiose Platte, ein Album mit und an dem man wachsen kann.
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