Magnum

Kingdom Of Madness (1978)

Längst haben Magnum ein ganz eigenes Bild des europäischen Pomp-Rock geprägt, das sie seit den frühen Achtzigern verkörpern. Der starke Prog- und überdeutliche Queen-Anstrich ihres Frühwerks verblüfft und erfreut gleichermaßen.

TEXT: DANIEL BÖHM

Was einst als Prog von Großbritannien aus die Welt verzauberte, kehrt als Bumerang — und durch den Filter des neuen amerikanischen Arena-Rock gepresst — zurück in die Heimat, um eigene Blüten zu treiben. Längst haben Magnum ein ganz eigenes Bild des europäischen Pomp-Rock geprägt, das sie seit den frühen Achtzigern verkörpern.

In ihrer Findungsphase sah die noch ein wenig anders aus: Der starke Prog- und überdeutliche Queen-Anstrich ihres vergessenen ersten Albums Kingdom Of Madness (1978) verblüfft und fasziniert bis heute gleichermaßen. 1975 erhalten Gitarrist Tony Clarkin und der damalige Bassist Dave Morgan das Angebot, beim Bau eines neuen Tonstudios mitzuhelfen. Als Entlohnung darf ihre Band ein Demo aufnehmen, das der Nachwuchscombo einen Vertrag mit Dave Arden und Jet Records einbringt.



Mit ihren verschachtelten Kompositionen und den von Science-Fiction-Autor Michael Moorcock beeinflussten Texten basteln sie an ihrer Idee von Prog-Rock: ständige Takt- und Strukturwechsel, fliegende Synthies, synchronisierte Gitarrenläufe und theatralisch-triumphierende Queen-Chöre lassen gleich im geschäftigen Opener ›In The Beginning‹ mit den Ohren schlackern und geben der englischen Presse Anlass zu der Mutmaßung, Magnum könnten Styx, Kansas oder Yes zur ernsthaften Konkurrenz werden. Hochcharmant.


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