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Mike Vernon

20. November 1944 — 02. März 2026

Als Produzent arbeitete er unter anderem mit den Bluesbreakers, Fleetwood Mac und David Bowie, auf seinem Label Blue Horizon Records veröffentlichten Champion Jack Dupree oder Aynsley Dunbar. Mike Vernon war ein Antreiber des britischen Blues — nun ist er im Alter von 81 Jahren verstorben.

TEXT: MAXIMILIAN BLOM |FOTO: Screenshot

England, 1966: Auf Decca Records erscheint Blues Breakers With Eric Clapton. Das Album etabliert den Blues auf der britische Insel. Sein Produzent: Der gerade 21-jährige Mike Vernon.

In jenen Jahren wurde der 1944 geborene Vernon eine der zentralen Figuren in der Szene, aus denen sich etwa auch der Hardrock entwickeln sollte. Bereits 1965 gründete er das Label Blue Horizon, das zunächst in kleinen Stückzahlen Singles amerikanischer Blueser vertrieb; schnell kamen aber auch aufstrebende britische Künstler dazu. So erschienen dort etwa ›I'd Rather Go Blind‹ (1969) in der Version von Chicken Shack, in der die spätere Fleetwood Mac-Keyboarderin Christin McVie aktiv war. Die frühen Single-Hits ihrer damals noch von Gitarrist Peter Green angeführten späteren Band wie ›Black Magic Woman‹ und ›Albatross‹ (beide erschienen ein Jahr später auf The Pious Bord Of Good Omen) erschienen ebenfalls dort. Später erweiterte das 1972 eingestellte Label seine Bandbreite etwa auch auf Prog: So veröffentlichten sie in Großbritannien etwa ›Hocus Pocus‹ der Niederländer Focus, deren Album Moving Waves (1971) er auch produzierte.



Zu seinen weiteren Klienten als Studiofachmann zählten — auch abseits von Blue Horizon — etwa Größen wie Champion Jack Dupree, Savoy Brown, Robben Ford oder Ten Years After; auch die ersten drei Alben von Fleetwood Mac betreute er. Und auch abseits des Blues war er aktiv, so etwa für David Bowie (David Bowie, 1967), Level 42 oder Dexys Midnight Runners.

In den frühen neunziger Jahren zog sich Mike Vernon ins Privatleben zurück, wurde aber Mitte der nuller Jahre wieder aktiv. So arbeitete er etwa mit den jungen Bluesrockern Oli Brown (Heads I Win, Tails You Lose, 2010) und Laurence Jones (Take Me High, 2016) sowie Singer/Songwriterin Sari Schorr (A Force Of Nature, 2016). 



Anschließend nahm er seine eigene Musiker-Karriere wieder auf, die er Anfang der siebziger Jahren mit den beiden Solowerken Bring It Back Home (1971) und Moment Of Madness (1973) begonnen hatte: Mit Mike Vernon & The Mighty Combo veröffentlichte er die beiden Platten Beyond The Blue Horizon (2017) und A Little Bit More (2018).

Am Morgen des 2. März machte seine Familie seinen Tod über seine Social-Media-Kanäle publik. »Für die Welt war er ein leidenschaftlicher Verfechter des Blues und ein legendärer Produzent, der an einer Menge unglaublicher Musik mitgewirkt hat. Aber für uns war er unser Vater, Onkel, Großvater oder Partner.« Mike Vernon wurde 81 Jahre alt. 


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