Band Of Light

Total Union (1973)

Mit kernigem Heavy-Blues und schneidender Slide-Gitarre machte die Band Of Light in den frühen Siebzigern auf sich aufmerksam. Sie bleiben eine Fußnote der Gitarrenmusik aus Down Under — und in der Historie von Rose Tattoo.

TEXT: DANIEL BÖHM

Zwei Jahre lang treiben Band Of Light in der Pub- und Heavy-Rock-Szene Australiens ihr Unwesen, bis sie 1974 zur Fußnote verkommen: Bassist Ian Rilen wird dem Gründungskader von Rose Tattoo angehören und ihnen die erste Single ›Bad Boy For Love‹ schenken.

All dies ist leise Zukunftsmusik, als Band Of Light zwei Jahre zuvor zusammenfinden — auf Initiative von Phil Key, der die späten Sechziger hindurch als Sänger und Gitarrist der Neuseeländer The La De Da’s Kariere gemacht hatte. Mit Slide-Gitarrist Norm Roue und Schlagzeuger Tony Buettel entsteht der schnöde Single-Boogie ›The Destiny Song‹, der 1973 in die Top 20 der australischen Hitparade vorstößt.



Wenig später folgt die erste LP: Total Union transportiert bereits im Titel die Hippie-Philosophie des Vierers, der ein eigenes Sinnbild für sein esoterisch veranlagtes Bandkollektiv entworfen hatte, das ihr Plattencover schmückt: Led Zeppelin hatten es mit ihren vier „Symbols“ vorgemacht. Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, finanzieren Band Of Light den Studioaufenthalt selbst und übertragen ihrer Plattenfirma Warner Bros. die Nutzungsrechte im Rahmen eines Leasingabkommens.

Ihre Musik ist weitaus weniger bizzar und hippieesque: Auf Total Union ist eine astreine Heavy-Blues-Formation zu hören, die sich in ›Spaces Of Time‹ den schmutzigen Soul-Funk von Betty Davis’ ›If I’m In Luck I Might Get Picked Up‹ zu eigen macht und diesen mit Free paart — überhaupt klingen Band Of Light wie eine härtere Ausgabe der Band von Paul Rodgers mit einer schneidenden Slide-Gitarre.


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