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Sass Jordan

23. Dezember 1960 — 2. Oktober 2026

Mit markanter Stimme und ausdrucksstarken Songs zelebrierte Sass Jordan seit den späten Achtzigern die Spielarten des Rock. Nun ist die kanadische Sängerin im Alter von 65 Jahren verstorben.

TEXT: MAXIMILIAN BLOM |FOTO: Cover

Sass Jordan verband Welten. Zunächst einmal in ihrer Biografie: Geboren wurde Sarah Jordan am 23. Dezember 1960 in Birmingham als Tochter einer britischen Ballerina und eines französischen Literaturprofessors. Zunächst lebte sie in England und Frankreich, bevor den Vater eine Professur an der Concordia University in Montreal annahm. 

In der brodelnden Kulturszene der ostkanadischen Metropole entwickelte sich der Stilmix der Sängerin. Als Erweckungserlebnis bezeichnete sie ihr erstes Konzert von David Bowie im Rahmen der Tour zu Diamond Dogs (1974); zwei Jahre später stand sie selbst als Frontfrau von lokalen Bands auf den Clubbühnen der Stadt. »Rhythmus macht einen großartige Sängerin«, sagte sie später. Inspiration für die Rolle zog sie insbesondere von männlichen Rock-Sängern wie Steven Tyler (Aerosmith), Paul Rodgers (Free, Bad Company), Robin Zander (Cheap Trick) oder Lowell George (Little Feat).



Bevor sie allerdings selbst als Solokünstlerin ins Rampenlicht trat, arbeitete sie als Session-Sängerin — zu hören ist sie etwa auf dem zweiten Werk All The Time, All The Time, All The Time (1985) der franko-kanadischen New-Wave-Band The Box — und Songwriterin. Ihr erster Alleingang erschien 1988: Der Titelsong ›Tell Somebody‹ lief wochenlang auf Much Music, dem kanadischen Pendant zu MTV, und schaffte es bis auf Platz 11 der Single-Charts. 



Ihr größter Erfolg — zwischenzeitlich war Jordan nach Los Angeles gezogen — war aber ihr Zweitwerk Racine (1992), von dem etwa eine halbe Millionen Einheiten abgesetzt wurden. Und das wiederum dafür sorgte, das Schauspieler Kevin Costner von der Sängerin hörte. Für den Soundtrack seines Filmes Bodyguard (1992) nahm sie mit Joe Cocker das Duett ›Trust In Me‹ auf. In dieser Zeit tourte sie etwa mit Aerosmith, den Rolling Stones, AC/DC und Van Halen. Am Schlagzeug saß ein seinerzeit erst 22-Jähriger, der später mit den Foo Fighters eine Welt-Karriere starten sollte: Taylor Hawkins.



In Sass Jordans Musik fanden sich diverse Spielarten des Rock ebenso wieder wie Soul oder Rootsmusik. Auf ihren letzten beiden Studiowerken, Rebel Moon Blues (2020) und Bitches Blues (2022), brach sich besonders ihre Liebe für den Blues Bahn. Für den Hardrock gründete sie 2012 das Projekt S.U.N. mit dem früheren Whitesnake-Drummer Brian Tichy, der hier Gitarre spielte, Bassist Michael Devin (Lynch Mob, Whitesnake) und Schlagzeuger Tommy Stewart.

Am 2. Oktober starb Sass Jordan im Alter von 65 Jahren. Sie hinterlässt ihren Ehemann Derek Sharp sowie eine Tochter und zwei Stiefkinder.



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