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Kerry Livgren

Seeds Of Change (1980)

Ende der Siebziger findet Kerry Livgren zu einer tiefen Überzeugung. Der Solo-Einstand des Kansas-Musikers gerät nicht nur zu seinem Glaubensbekenntnis: Seeds Of Change ist ein erstklassiges Prog- und Pomprock-Werk.

TEXT: MAXIMILIAN BLOM |FOTO: ROCKS

Es ist nicht zuletzt die Chemie zwischen Gitarrist und Keyboarder Livgren sowie Sänger Steve Walsh, die Kansas zu einer der erfolgreichsten Rockbands der ausgehenden siebziger Jahre macht. Als Komponist ihrer Megahits ›Carry On Wayward Son‹ und ›Dust In The Wind‹ hat Livgren daran den größeren Anteil. Deren Texte wie auch die von weniger bekannten Liedern wie ›The Pilgrimage‹ oder ›Miracles Out Of Nowhere‹ künden recht offensichtlich von seiner Suche nach spiritueller Erleuchtung und dem Sinn des Lebens. Auf der Tour zum Album Monolith konvertiert er endgültig zum christlichen Glauben und vertieft damit den Graben zwischen sich und Walsh, der dem Rock’n’Roll-Lebensstil nicht gerade abgeneigt ist.



Livgrens Debüt Seeds Of Change ist aber nicht nur Glaubensbekenntnis, sondern ein musikalisch erstklassiges Progressive-Rock-Werk. Das von Le Roux-Sänger Jeff Pollard exzellent gesungene ›Just One Way‹ erinnert am deutlichsten an seine Stammband und wird von einem beeindruckenden Gastauftritt des früheren Jethro Tull-Drummers Barriemore Barlow veredelt, während die Keyboard-Passagen des Bombast-Epos ›Ground Zero‹ (mit Ambrosia-Sänger David Pack) an die italienischen Prog-Urväter Goblin erinnern.

Star der Scheibe ist jedoch Ronnie James Dio, der seinen Ruf als der vielleicht stimmgewaltigste Sänger seiner Zeit im gelegentlich auch von Kansas aufgeführten ›Mask Of The Great Deceiver‹ und dem Gospel-beeinflussten ›To Live For The King‹ unterstreicht. Einzig der Füller ›Down The Core‹ und der bluesige Rocker ›Whiskey Seed‹ fallen ab, dafür nimmt das eingängige ›How Can You Live‹, die vorerst letzte Zusammenarbeit von Livgren und Walsh, die AOR-geprägte Ausrichtung des parallel entstandenen Kansas-Albums Audio-Visions vorweg. Das Zerwürfnis der beiden kann sie jedoch nicht mehr kitten. Walsh kündigt seinen Job 1981, Livgren spielt noch zwei weitere Alben mit der Band ein.



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