Larkin Poe

Venom & Faith

Tricki-Woo
VÖ: 2018

Blues-Erneuerung kurz und bündig

Ein selten unbekümmerter Umgang mit der amerikanischen Musiktradition macht den Reiz von Larkin Poe aus. Das junge Schwesternduo aus Georgia bezieht sich in der Regel auf sehr alte Quellen wie Delta Blues oder gar die Worksongs der schwarzamerikanischen Landarbeiter, doch durch ihr keckes Auftreten und den fein dosierten Einsatz elektronischer Klänge erzielt es eine frische, durchaus moderne Wirkung. Ihr neues Album dauert knapp 32 Minuten und lässt das Wechselspiel der beiden Gitarristinnen leider in den Hintergrund geraten; vor allem die Slidegitarre von Megan Lovell tritt im Vergleich zu früheren Platten wenig in Erscheinung. Dafür prägt die jüngere Rebecca Lovell mit ihrer markanten Stimme zunehmend das Geschehen. Dank dieser gehen Titel wie ›California King‹ (eine betörende Kreuzung von Slidegitarre und Elektronik) oder die Schlussnummer ›Good And Gone‹ positiv ins Ohr. Musikalischer Höhepunkt ist ›Blue Ridge Mountains‹, ein stampfender, mitreißender Ritt durch ihre Heimat im Südosten der USA. Gemessen am Vorgänger Peach sind die Spannungsmomente zwar etwas dünner gesät, dennoch sollten Larkin Poe mit Venom & Faith ihren guten Ruf als Blues-Erneuerinnen weiter festigen können.

(7/10)

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