Mind Key

MKIII — Aliens In Wonderland

Frontiers
VÖ: 2019

Ohne Ballast aus dem Tiefschlaf

Nach ihrem vielbeachteten Zweitwerk Pulse For A Graveheart haben sich die italienischen Progressive Metaller eine zehnjährige Auszeit geleistet, allerdings auch bedingt durch eine schwere Erkrankung ihres Keyboarders Dario De Cicco. Auf Aliens In Wonderland hat sich der Fünfer vom allzu erdrückenden Sound-Zierrat des Vorgängers befreit und den Fokus auf schlanke Arrangements und nachvollziehbare Songstrukturen gelegt, was Liedern wie dem futuristisch anmutenden ›Oblivion‹ oder ›Hate At First Sight‹ eine wohltuende AOR-Nuance verleiht.

Die heftigen Klanggewitter von ›Angry Men‹ oder dem mit Double-Bass-Rattern, rasenden Gitarrensoli und einem orchestrierten Mittelteil recht konstruiert wirkenden ›Be-Polar‹ lassen an erklärte Vorbilder wie Dream Theater, Symphony X oder Pain Of Salvation denken, aber besser stehen Mind Key in Tempo und Härtegrad zurückgenommene Stücke wie ›Psycho World‹, der Titelsong oder ›Vertigo (Where The Cold Wind Blows)‹ zu Gesicht. Die verbinden nahtlos metallische Härte, Prog-affinen Bombast und eingängige Melodien und erlauben auch Sänger Aurelio Fierro, der mitunter an eine Kreuzung aus Russell Allen und Jorn Lande erinnert, sich bestens in Szene zu setzen.

(7/10)
TEXT: MARKUS BARO

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