Auf der Plattenhülle reitet sie in den Sonnenuntergang, natürlich stilecht auf einer Harley und ihr Markenzeichen, die Bassgitarre, im Anschlag. ›Little Miss Lovely‹ nennt Suzi Quatro ein Lied ihrer neuen Platte, ein Attribut, mit dem man die stets sympathisch wirkende Vollblutmusikerin nur zu gerne belegt. Das klingt stark nach ihren besten Zeiten und nach Hits wie ›Can The Can‹ oder ›Devil Gate Drive‹ und gerade so, als sei die Zeit in den frühen Siebzigern stehengeblieben. Das ist sie für die nur 1,52 Meter große Powerfrau zweifellos, und das ist nicht als Affront gemeint. Von ihrem energiegeladenen, optimistischen Rocksound entfernt sie sich nie zu weit. Songs wie das mit Slide-Gitarre veredelte ›Can’t Let It Go‹ oder das staubtrockene und an die frühen ZZ Top erinnernde ›Hanging Over Me‹ sind zwar etwas ruhiger, reflektierter ausgefallen, zu Lasten des Rock’n’Roll-Spirits geht das aber auch im reifen Alter von 75 Jahren nicht. Da ist es nur angebracht, sich seiner Wurzeln zu besinnen. Suzi Quatro tut das mit einer stimmungsvollen Version von Freddie Kings ›Going Down‹ und MC5’s Anarcho-Hymne ›Kick Out The Jams‹, einem Duett mit Alice Cooper, bei dem die beiden Rocklegenden aus Detroit hörbar Spaß haben.
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