Haarspalter monieren, dass auf diesem Zweitwerk die offensichtliche Hitdichte nicht ausreiche, um es zum besten Album der Stooges zu krönen. Aber auch ohne ein ›I Wanna Be Your Dog‹ oder ein ›Gimme Danger‹ ist nur schwer zu übersehen, dass den Stooges in Fun House ein bemerkenswert konsistentes Album gelungen ist, auf dem sich die Musiker von ihrer besten Seite zeigen.
Technische Kabinettstücke sind von der Osterbergschen Krawallkarawane freilich nicht zu erwarten — es ist vielmehr das Abgekochte ihrer manischen Darbietung, die hier Helden macht; das groovend-treibende Spiel der Rhythmusgruppe etwa ist brillant. Die Produktion von Don Gallucci (einst Keyboarder bei der Garage-Band Kingsmen) kommt der Band zudem sehr entgegen. Iggy Pop steht als Frontmann seiner Combo endgültig in Flammen und wird zum buchstäblich wahnsinnigen Performer, der es sich erlaubt, auch mal in spitze Schreie und hysterisches Gekreische abzurauschen.
Genial sind der gefährliche Opener ›Down On The Street‹ und die stachelige Stones-Keule ›Dirt‹; auch ›Loose‹ und ›T.V. Eye‹ sind wunderbare Kapricen des jungen Siebziger-Rock, die im Grunde gut zwei Drittel aller neuzeitlichen Sleaze-Ensembles zur sofortigen Auflösung verpflichten. Im Titelstück ist der Jazzer Dave Mackay am Saxofon zu hören — dermaßen auf Heroin, dass er auf dem Boden liegend spielen musste. Die Kakophonie ›L.A. Blues‹ beschließt das letzte reinrassige Stooges-Spektakel.







