Danny Vaughn

Myths, Legends & Lies

Vaughnsongs
VÖ: 2019

Inspiration jenseits der Genre-Grenzen

Als Frontmann von Tyketto hat sich Danny Vaughn zu einer der angenehmsten Stimmen im AOR gemausert, mit seinem zweiten Alleingang Myths, Legends & Lies beweist er nun, dass er mehr ist, als nur Lieferant tragfähiger Melodien. Die hauptsächlich akustisch orientierten Songs, die er zusammen mit Bassist Chris Childs (Thunder), Trommler Rhys Morgan und Pianist Nigel Hopkins aufgenommen hat, offenbaren, trotz weitgehender Folk- und Country-Ausrichtung, eine große stilistische Bandbreite.

Dem Verehrer der Eagles sei das sehr offensiv an die amerikanischen Gesangssuperstars erinnernde ›The Missouri Kid‹ verziehen. Viel besser klingt er im keltisch angehauchten ›The Shadow Of King John‹, dem beschwingten ›Man Or Machine‹ oder dem zurückhaltend-eleganten Southern-Rocker ›Last Ride Of The Sunset Men‹. Mit seinem jazzigen Rhythmus, der schnurrenden Hammondorgel und dem Gospel-Finale gehört ›The Good Life‹ zu den Höhepunkten einer sehr inspirierten und musikalisch exzellenten Scheibe. Dass Vaughn zu den vielleicht verkanntesten Größen des Genres überhaupt zählt, demonstriert er im düsteren Folk-Song ›Black Crow‹ (bei dem das auch von Led Zeppelin interpretierte ›Gallow’s Pole‹ Pate stand) und der eindringlichen Seefahrer-Ballade ›Seven Bells‹.

(8/10)
TEXT: MARKUS BARO

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