Ihr schmökert gerne online auf ROCKS?

Das freut uns! Wir haben aber auch eine Bitte.

Dass dieser Teil von ROCKS bei euch ankommt, zeigen uns auch die beträchtlichen Zugriffszahlen, für die wir herzlich danke sagen. Jeder kann auf unser Unterhaltungsangebot zugreifen — Bezahlschranken gibt es keine.

Deshalb unsere Bitte: Unterstützt dieses Angebot freiwillig mit einem Beitrag.

Warum? Das sagen wir Euch auf dieser Seite.

Bullet -Deutschland-

Execution (1981)

Richtiger Zeitpunkt, Top-Produzent, Major-Deal: Mit ihrem LP-Debüt Execution trafen Bullet ins Schwarze. Ein Volltreffer wurde die Band aus Wattenscheid dennoch nicht.

TEXT: AMIR SHAHEEN |FOTO: ROCKS

1978 gründen Gitarrist Paul Psilias und Drummer Mike Lichtenberg Teaser. Das Trio mit Bassist Volker Pechtold begeistert unter anderem mit Coverversionen von AC/DC. Auch Sänger/Gitarrist Klaus Thiel zeigt sich beeindruckt, nimmt nach einem Konzert Kontakt auf und wird nicht zuletzt dank seiner hohen rauen Stimme, die den Sound der Band ideal ergänzt, deren neuer Frontmann. Psilias und Thiel bilden ein kongeniales Songwriting-Gespann, und Psilias gelingt es angeblich, ihre Demokassette mit gerade mal zwei Stücken persönlich in den Dierks Studios zu Gehör zu bringen — und zwar in voller Lautstärke, so dass der vorgeblich unabkömmliche Hausherr auf den Plan gerufen wird. 



Dieter Dierks nimmt sich der Truppe an, die ihren Namen in Bullet ändert, als sie von Adrian Vandenbergs gleichnamiger Band erfährt. Der leicht metallische Riff-Rock des Vierers ist ein rauer Hybrid aus AC/DC, ohne deren Dreck und Blues-Feeling, Accept, ohne deren Groove, und Krokus, ohne deren Lässigkeit. Dierks verpasst den Rockern einen beinahe schon zu glatten Sound, aber das Ergebnis ist noch immer brachial genug, um auch Metal-Freunde zu begeistern. Grenzdebil sind allerdings etliche der Texte, geradezu kriminell das Artwork der Innenhülle: Ausstaffiert in einer Art Disco-Space-Gladiatoren-Look sehen die Musiker nicht im Entferntesten nach den kernigen Rock’n’Roll-Riffs aus, die den Titelsong und Stücke wie ›Dancer On A Rope‹ oder ›Gimme Some Power‹ antreiben und charakterisieren. Die Gratwanderung zwischen metallischem Straßenrock und schneidendem Riff-Rock auf der LP polarisiert und erregt einiges Aufsehen.

Aber auf dem Nachfolger No Mercy (1983) ist Bandgründer Psilias nicht mehr dabei, ihn ersetzt Jürgen Graf; statt Pechtold zupft Fitty Wienhold den Bass. Dierks mischt sich über Gebühr ins Songwriting ein, steuert Keyboards bei und fabriziert einen viel zu sauberen, glatten Sound. Der Schuss geht nach hinten los. Die Besetzung rotiert, die Band zerfällt endgültig 1986.



ROCKS PRÄSENTIERT

DAS AKTUELLE HEFT