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Night Demon

Outsider

Metal Blade
VÖ: 2023

Dämon im Jungfrauengewand

Musikalisch haben sich Night Demon langsam, aber sicher von ihrem großen Vorbild Iron Maiden emanzipiert — hinsichtlich der Entwicklung sind die Parallelen aber nach wie vor frappierend. Zelebrierten sie auf ihrem Einstand Curse Of The Damned (2015) die geradlinige Melange des Siebziger-Metal und des Punk (wie die Jungfrauen auf ihrem selbstbetitelten Einstand) und nahmen sich auf ihrem Zweitwerk Darkness Remains (2017) vorsichtig Prog-Manierismen an (vgl. Killers, 1981), so stoßen sie mit ihrem bisher besten Album Outsider hinsichtlich kompositorischer Reife in neue Sphären vor.

Night Demon haben ein packendes Konzept-Album geschrieben, auf dem sie zeigen, dass sie rassigen Metal-Nummern (›Outsider‹ oder das vorsichtig mit Mercyful Fate liebäugelnde ›Obsidian‹), auch das Spiel mit den Dynamiken beherrschen und ihre Inspiration keinesfalls nur aus den Achtzigern ziehen: ›A Wake‹ etwa klingt, als hätten sie ihre Version der Red Hot Chili Peppers-Ballade ›Under The Bridge‹ schreiben wollen.

Auch die Langstücke beherrscht das Trio aus Kalifornien nun: War der Titeltrack des Vorgängers rückblickend etwas eindimensional in die Länge gezogen, sind ›Beyond The Grave‹ und vor allem ›The Wrath‹ toll komponierte Achterbahnfahrten, die — wie die ganze Platte — ihren Spannungsmoment nie verlieren. Auch in dieser Hinsicht ist die Maiden-Parallele also gegeben.

(9/10)

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