Lalu

The Fish Who Wanted To Be King

Frontiers
VÖ: 2023

Progressiv im besten Wortsinn

So ganz entscheiden, ob sie nun einen modernen Prog-Sound pflegen oder doch lieber den großen Vorbildern aus den Siebzigern huldigen sollen, können sich Lalu auch auf ihrem vierten Album nicht. Dafür belegt der französische Filmmusikkomponist Vivien Lalu, dass seine Band auch ohne namhafte Gäste wie Trommler Simon Phillips oder Tasten-Spezialist Jordan Rudess prima auskommt.

Tatsächlich schlägt The Fish Who Wanted To Be King den 2022 erschienenen Vorgänger Paint The Sky in allen Belangen, vor allem, weil Lalu erkannt hat, dass seiner Musik ohne ein richtiges Epos etwas Entscheidendes fehlt. Etwas an härtere Saga erinnernd, und doch nie die Grenze zum Prog-Metal überschreitend, sprüht der nicht künstlich auf seine opulenten elf Minuten aufgeblähte Titelsong über vor Ideen, die vergleichbare Bands nicht auf einem ganzen Album entwickeln.

Auch das drei Minuten längere ›Amnesia 1916‹, auf dem sich Lalu immer wieder an Vorbildern wie Yes abarbeitet, umfasst die ganze Bandbreite des modernen Progressive Rock und spannt doch durch den wie immer großartig agierenden Damian Wilson am Mikro einen breiten roten Faden. Das sind in diesem Falle eine ganze Reihe starker Melodien.

(8/10)
TEXT: MARKUS BARO

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