The New Roses

Dead Man's Voice

Napalm
VÖ: 2016

Power mit Viagra-Blues

Ist Wiesbaden das neue L.A.? Sind die New Roses die neuen Guns N’Roses? Nun ja, das wohl nicht ganz, aber zumindest ist ihr konzentrierter Hochdruck-Rock wesentlich kompakter und zielführender geraten als auf dem schon guten Debüt. Klang jenes noch nach verrauchter Kneipe, strahlt die Band auf Dead Man’s Voice weitaus höhere Ambitionen aus, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Es ist immer noch ein hoher Anteil an Southern-Rock und Sleaze in ihrer Musik, Viagra-Blues und Bierdurst sowieso.

›Thirsty‹ heißt die Trinker-Hymne: Geradeaus und genau im richtigen Tempo, damit keiner beim Luftgitarre spielen vornüber kippt. Der Titelsong malmt durch eine Wüstenei und hinterlässt dabei eine bluesgetränkte Schmauchspur, deren Verursacher sich diebisch freuen, dass spätestens jetzt jeder überzeugt ist, sie müssten wirklich echte Amis sein. ›Hurt Me Once (Love Me Twice)‹ krakeelt irgendwo zwischen Faces und Aerosmith herum, und gegen Schluss gibt’s dann noch zwei Powerballaden — mit deutlichem Gewicht auf Power.

(8/10)

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