Man kann sich nur verwundert die Augen reiben, dass diese fünf Musiker aus Trondheim noch immer ein Nischendasein fristen. Vor zwölf Jahren von den Motorpsycho-Recken Bent Sæther und Kenneth Kapstad ins Leben gerufen, haben es sich Spidergawd zur Aufgabe gemacht, den Ursprüngen von Classic- und Heavy-Rock nachzuspüren und ihre eigene, zeitgemäße Variante davon zu formen. Dieses Ansinnen hat das Quintett längst perfektioniert. Jedes ihrer bislang sieben Alben übertrumpfte den Vorgänger und erweckte zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung den Eindruck, qualitativ sei das Ende der Fahnenstange erreicht. Aber Pustekuchen: Auch auf From Eight To Eternity drehen die Norweger wieder dezent an den Stellschrauben, justieren ihr Klangbild im Detail nach und bieten acht Songs, die geschickt Vorgaben der Altvorderen mit einer eigenen, zeitgemäßen Note in Einklang bringen und so fesselnd wie eingängig sind. Wenn in ›Revolution‹ und ›The Hunter‹ ein latenter Thin Lizzy-Vibe auf die Gelassenheit und Eleganz von Biffy Clyro trifft, verzückt das ebenso wie das melodische, mit dezenten Kiss-Reminiszenzen aufgewertete Schmuckstück ›The Ghost Of Eirik Raude‹, in dem Spidergawd mit der Grandezza einer Stadion-Band den Wikinger Erik der Rote besingen. Wer Combos wie Audrey Horne, Dead Lord und The Sword schätzt, hat definitiv auch an Spidergawd-Kompositionen seine helle Freude.
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