Ihr schmökert gerne online auf ROCKS?

Das freut uns! Wir haben aber auch eine Bitte.

Dass dieser Teil von ROCKS bei euch ankommt, zeigen uns auch die beträchtlichen Zugriffszahlen, für die wir herzlich danke sagen. Jeder kann auf unser Unterhaltungsangebot zugreifen — Bezahlschranken gibt es keine.

Deshalb unsere Bitte: Unterstützt dieses Angebot freiwillig mit einem Beitrag.

Warum? Das sagen wir Euch auf dieser Seite.

Zakk Sabbath

Verbeugung vor den Gründervätern

Das musikalische Schaffen von Ozzy Osbourne genießt bei Zakk Wylde hohes Ansehen. Die Anfang der siebziger Jahre mit ihm entstandenen Black Sabbath-Alben nahm der aus New Jersey stammende Gitarrist ebenso mit der Muttermilch auf wie Osbournes frühe Solo-Platten. Seit 1987 gehört der Musiker zudem selbst immer mal wieder zum Tross um den selbsternannten Prinzen der Dunkelheit.

TEXT: PETER ENGELKING |FOTO: ROCKS

Ein Einfluss, den man Wyldes Scheiben mit Black Label Society unschwer anhört. Seit rund zehn Jahren huldigt der muskulöse Waldschrat der frühen Black Sabbath-Ära mit seiner Coverband Zakk Sabbath, die es bislang auf zwei Studio-Alben gebracht hat. Den nah an den Originalen angesiedelten Adaptionen darauf haucht Zakk Wylde mit seinem wuchtigen Spiel frisches Leben ein.

Ehe er seine leidenschaftliche Umsetzung des Sabbath-Frühwerks gemeinsam mit Bassist Rob „Blasko“ Nicholson und Schlagzeuger Joey Castillo auf der Bühne des Frankfurter Clubs Zoom präsentieren kann, sind die Briten Lowen am Zuge. Das Quartett aus London hat sich progressiven, von orientalischen Klängen durchzogenen Doom Metal auf die Fahne geschrieben und muss schnell erkennen, dass es damit hier und heute fehl am Platz ist. Die vertrackten Songs stoßen bei den Anwesenden auf ebenso wenig Gegenliebe wie Nina Saeidis monotoner Gesang und ihre theatralisch ausladenden Gesten. Mehr als ein Höflichkeitsapplaus ist dem Auditorium nach der halbstündigen Spielzeit nicht zu entlocken.

Beim Einzug der Hauptakteure wendet sich das Blatt schlagartig: Das Trio um den zotteligen Frontmann klopft nicht erst an, sondern fällt mit dem Vol. 4-Doppelschlag ›Supernaut‹/›Snowblind‹ direkt ins Haus und wird mit offenen Armen empfangen. Der leicht verwaschene Sound bessert sich im weiteren Konzertverlauf nicht wesentlich, aber das kann dem Spaß an der Sache nichts anhaben. Zakk Wylde kommuniziert wenig mit dem Publikum, sondern konzentriert sich mit seinen beiden Mitstreitern vollkommen auf das legendäre Liedgut der Heavy-Metal-Gründerväter. Immer wieder reißt der Gitarrist sein Instrument in die Höhe, spielt Passagen hinter dem Kopf und wird förmlich eins mit Preziosen wie ›Tomorrow’s Dream‹, ›Fairies Wear Boots‹, ›N.I.B.‹ und ›Children Of The Grave‹. Hin und wieder animiert der 58-Jährige den „Frankfurt Chapter“ zu unterstützenden Chorgesängen, räumt Blasko und Castillo den ihnen zustehenden Entfaltungsspielraum ein und überzeugt ansonsten mit seinen gleichermaßen derben wie detaillierten Saitenkünsten.

Als der Frontmann, dessen Gesang dem des jungen Ozzy Osbourne zum Verwechseln ähnelt, im Verlauf einer rund viertelstündigen ›War Pigs‹-Version von drei Roadies flankiert seinen Weg durchs Publikum sucht, um am anderen Ende des Clubs inmitten seiner Anhänger ein ausuferndes Solo zu zelebrieren, steht die Lokalität endgültig Kopf. Das Stück setzt das Ausrufezeichen hinter einen schweißtreibenden Auftritt, der Black Sabbath-Songs in einer Intensität in den Fokus rückte, wie sie von den Urhebern aus Birmingham nie mehr zu hören sein werden.

ROCKS PRÄSENTIERT

DAS AKTUELLE HEFT

Cover von ROCKS Nr. 111 (02/2026).