Laurence Jones

Bad Luck & The Blues

Marshall
VÖ: 2023

Bluesrock ohne Verschnaufpause

Der britische Gitarrist, Sänger, Gary Moore- und Jimi Hendrix-Fan Laurence Jones kehrt mit Bad Luck & The Blues nach eigenen Worten zurück zu seinen musikalischen Wurzeln im Power-Trio-Format. Zusammen mit Bassist Alexander Timmis und Schlagzeuger Ash Sheehan gibt er ordentlich Zunder. Der Blues hat über weite Strecken wenig zu tun mit dem harten Rock-Sound, der hier scharf und komprimiert über die Rampe kommt.

Sogar die Stimme von Jones scheint einen Verzerrer abbekommen zu haben. ›I’m Gone‹ ist schwergängiger Hardrock mit Anleihen beim späteren Jimi Hendrix wie beim Siebziger-Rock nach Art eines Frank Marino. ›Don’t You Leave Me This Way‹ ist ebenfalls in hohem Maße von Hendrix inspiriert, lässt aber auch die Coolness hören, die ZZ Top mitunter in ihrer Musik verwirklicht haben. ›Stuck In The Night‹ bringt einen gewissen Aerosmith-Hauch mit auf die Platte.

Die Vergleiche, die Buddy Guy einst zwischen Jones und dem jungen Eric Clapton entdeckt haben will, findet man hier bestenfalls sehr, sehr gut versteckt. Ebenso erscheint es ein wenig rätselhaft, dass Jones Robin Trower als musikalischen Referenzpunkt für dieses Album nennt. Bad Luck & The Blues kommt über zehn Songs komplett ohne Verschnaufpause aus, stattdessen gibt es gut ausgedachten Bluesrock der Marke knüppelhart aufs Ohr.

(7.5/10)
TEXT: RALF DECKERT

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