Ross The Boss

Born Of Fire

AFM
VÖ: 2020

Produktive Stahlschmiede

Mit ihren ersten sechs Studioalben haben Manowar den Heavy Metal entscheidend geprägt und einen ganz großen Anteil daran hatte unzweifelhaft Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman. Nach seinem Ausstieg 1988 konnten die selbsternannten Kings Of Metal an ihre frühen Großtaten nie mehr anknüpfen, aber auch Friedman suchte lange nach einer eigenen Identität. Seit 2006 ist er in eigenem Namen unterwegs und veröffentlicht reinrassige Echt-Metal-Scheiben, die zumindest titelgemäß von seiner ehemaligen Band stammen könnten.

Born Of Fire ist das vierte Album des Quartetts und der Nachfolger der 2018 veröffentlichten Dampframme By Blood Sworn. Wie der Name andeutet, lässt auch der musikalische Inhalt kaum Raum zur Interpretation, der eisenharte Opener ›Glory To The Slain‹, der riffgewaltige Titelsong oder das hymnische ›I Am The Sword‹ erinnern frappierend an die Leder-Metaller, ohne jedoch an die Strahlkraft ihrer stärksten Werke heranzureichen. Sänger Marc Lopes hat beeindruckende Schreie auf Lager, die er wohldosiert einsetzt, und der New Yorker Gitarrist beweist, dass er zu den eher unterbewerteten Heroen des Genres zählt. In Liedern wie ›Maiden Of Shadows‹ (mit schönen Gitarren-Harmonien) oder ›Denied By The Cross‹ bemüht er sich zudem um größere Melodienvielfalt.

(7/10)
TEXT: MARKUS BARO

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