Mit seiner großen Leidenschaft für den Soul und Rhythm’n’Blues der Fünfziger und frühen Sechziger hat Sänger, Gitarrist und Komponist James Hunter nie hinterm Berg gehalten. Seit der Brite im Studio des Retro-Soul-Labels Daptone aufnehmen durfte und Minute By Minute (2013) von Inhaber Gabriel Roth eine ganz und gar nostalgisch gefärbte Produktion verpassen ließ, hat diese Liebe nochmal eine ganz andere Qualität bekommen. Hunter wechselte mit seiner Band gleich ganz zu der kultigen Plattenfirma aus Brooklyn, die schon Künstlern wie Charles Bradley, Sharon Jones und Lee Fields ein Zuhause war und legte mit Hold On! eine stilecht in Mono aufgenommene LP vor, die als irritierend authentisch tönendes Soul-Rudiment der späten Fünfziger bezauberte.
Der Text auf der Rückseite der Nachfolgeplatte Whatever It Takes verspricht im Vergleich dazu explizit nichts Neues. Was ein bisschen zu kurz greift, denn auch wenn beide Alben stilistisch und auch in ihrer Konzeption unüberhörbar eng miteinander verwandt sind, ist Whatever It Takes das deutlich wirkungsvollere Album. Was auch an den luftigeren Arrangements und der absoluten Coolness der Darbietung der sechsköpfigen Band liegt, die diese Scheibe davor bewahrt, bloß zu einer weiteren Daptone-Platte zu verkommen: Das Zusammenwirken der James Hunter Six ist absolut überragend. Auch ein heißes Blues-Gitarren-Instrumental ist in ›Blisters‹ vertreten — alles wie frisch der Zeitmaschine entstiegen und den alten Originalen so nah wie nie.







