Der Plan war ein anderer an diesem 2. Juni 1991. Eigentlich sollte Paul Gilbert, mit Mr. Big damals so erfolgreich wie nie, zum Headliner-Set von Albert Collins lediglich ein paar Soli beitragen. Weil der 1993 verstorbene Blues-Gitarrist aber gesundheitsbedingt kurzfristig absagen musste, bot der Veranstalter stattdessen Gilbert die Spitzenposition an. »Ich hatte keine Band dabei. Und kein vorbereitetes Solo-Material«, erinnert sich der damals gerade 24-Jährige heute.
Spontan wurde eine Begleitband, bestehend aus Bassist Horst Polland und Schlagzeuger Ric Lee (Ten Years After) gefunden. Programmatisch setzte Gilbert seine erste Idee um: »Mein einziger Einfall war, schnell ein paar Songs von Jimi Hendrix zu proben und die Soli so lang zu machen, dass sie ein ganzes Set füllen. Ich sagte dem Promoter: ‚Wir haben nur Zeit um fünf Songs zu proben, also muss ich richtig lange Soli spielen.‘ Er antwortete: ‚Das ist ein Jazzfestival, das ist perfekt!‘«
Aus den improvisationsfreudigen Aufnahmen entstand Tribute To Hendrix, die erste Veröffentlichung Gilberts unter eigenem Namen. »Jimis Songs sind perfekte Vorlagen zum Jammen. Seine Kompositionen laden Musiker dazu ein, miteinander zu spielen und einander zuzuhören. Sie sind flexibel genug, damit jeder seinen eigenen Stil einbringen kann, ohne das der Song darunter leidet«, so der Protagonist über den anhaltenden Einfluss des E-Gitarren-Innovators.
Am 12. Juni erscheint zum 35. Jubiläum eine Neu-Veröffentlichung des Albums. Und damit nur rund vier Monate nach WROC, dem jüngsten Werk des einst auch bei Racer X aktiven Meister-Gitarristen. Neben den physischen Versionen, die letztmalig zur Erstveröffentlichung (LP) und 1994 (CD) aufgelegt wurden, wird die Platte dann erstmals auch offiziell digital erhältlich sein.
Die Titelliste von Tribute To Hendrix:
01. Red House
02. Hey Joe
03. Highway Chile
04. Midnight
05. Purple Haze







