Hawkwind
Cherry Red
VÖ: 2024
Man fragt sich, wann das immerhin 82-jährige Hawkwind-Oberhaupt Dave Brock wohl das Ende seiner langen intergalaktischen Reise verkündet. Mit "Stories From Time And Space" sicher nicht, denn dafür klingen die englischen Space-Rock-Pioniere noch immer zu vital.
Pearl Jam
Republic
VÖ: 2024
Auch mit Starproduzent Andrew Watt gelingt es Pearl Jam nur teilweise, endlich ihr kompositorisches Tief der letzten Jahre zu überwinden. Seit ihrem selbstbetitelten, großartigen achten Album von 2006 fanden sich nur noch vereinzelt gute Songs auf den folgenden drei Werken.
Witherfall
Deathwave
VÖ: 2024
Die 2013 gegründeten Witherfall sind eine Klasse für sich. Ihr ureigener Mix aus düsterer Melancholie, rasender Aggression, einschmeichelnden Melodien, extrem variablem Gesang und wahnwitziger Gitarrenarbeit zieht auch auf ihrem vierten Album den offenen Hörer in seinen Bann.
Steve Hackett
InsideOut
VÖ: 2024
Steve Hackett lebt auf diesem mit üppigen Arrangements ausgestatteten Werk seine Vorliebe für ganz großes Kino aus. Bereits mit den ersten Tönen von ›People Of The Smoke‹ zieht die Musik den Hörer in den Bann.
Dust Bolt
AFM
VÖ: 2024
Es scheint eine unvermeidliche Entwicklung der jüngsten Thrash-Welle zu sein, dass deren hoffnungsvollste Talente irgendwann einen mehr oder minder radikalen Kurswechsel vollziehen müssen. Ähnlich wie etwa die Finnen Lost Society inkorporieren auch die bayerischen Dust Bolt moderne Klänge, wo es einst traditionsbewusst riffte.
The End: Machine
Frontiers
VÖ: 2024
Von "The Quantum Phase" schwärmte The End Machine-Kopf George Lynch im Vorfeld, es sei eine seiner besten Studioarbeiten überhaupt. Ob man als Hörer so weit gehen muss, sei dahingestellt.
Gotus
Frontiers
VÖ: 2024
Mit Gotus schließt sich für Mandy Meyer der Kreis. Gegründet 2019 mit Sänger Dino Jelusick, um Lieder aus seiner illustren Vergangenheit auf die Bühne zu bringen, debütieren Gotus nun zunächst im Studio. Auf ihrem ersten Album mit eigenen Stücken ist statt Jelusick Ronnie Romero zu hören, aber das ist kein Nachteil.
Walter Trout
Mascot
VÖ: 2024
Zehn Jahre nach seiner lebensrettenden Lebertransplantation veröffentlicht Walter Trout sein sechstes Album im neuen Leben. "Broken" ist eine düstere, kraftvolle Bluesrock-Scheibe voller Überraschungen.
The Holy
PME
VÖ: 2024
Es gibt sie noch, diese Momente, in denen eine eher unbekannte Band zum großen Sprung ansetzt, einen Nerv trifft und nicht mehr loslässt. The Holy sehen zwar aus wie prätentiöse Hipster, haben mit ihrem dritten Album "Ländmark" aber tatsächlich einen Meilenstein geschaffen.
Cruzh
Frontiers
VÖ: 2024
Cruzh lieben Def Leppard, soviel hat das schwedische Quartett bereits auf seinen beiden bisherigen Alben klargemacht. "The Jungle Revolution" bildet keine Ausnahme. Charismatisch verarbeitet haben sie diese Referenzen nur leider nie.
Judas Priest
Sony
VÖ: 2024
Was für ein Album, was für eine Statement! Fast auf den Tag genau sechs Jahre nach dem auf breiter Front bejubelten "Firepower" legen die Urgesteine des britischen Heavy Metal noch eine Schippe drauf: "Invincible Shield" strotzt nur so vor Kraft, spielerischer Leichtigkeit und ungebrochener Leidenschaft.
Big Big Train
InsideOut
VÖ: 2024
Big Big Train setzen die Entwicklung fort, die sie immer weiter wegführt von den Tagen verschnörkelter englischer Landromantik, die sie zu Zeiten von "English Electric" wie eine vorsichtig modernisierte Wiedergeburt der Genesis der "Foxtrot"-Ära klingen ließ.
Mega Colossus
Cruz Del Sur
VÖ: 2024
Die Band aus North Carolina hat sich längst eine innig liebende Anhängerschaft erarbeitet mit ihrem traditionellen Heavy Metal, der sich merklich auf Iron Maiden und die NWoBHM beruft, altersbedingt latent aber auch Blind Guardian mitschwingen lässt. Auf "Showdown" gehen Mega Colossus diesen Weg konsequent weiter.
Jim Peterik And World Stage
Frontiers
VÖ: 2024
Das Themen-Projekt World Stage scheint sich zur großen Passion des ehemaligen Survivor-Gitarristen Jim Peterik zu entwickeln, der erst jüngst das Album Dream Higher seines Melodic-Duos Pride Of Lions mit Sänger Toby Hitchcock veröffentlicht hat.
Agitation Free
MIG
VÖ: 2023
Agitation Free veröffentlichen ihr erstes Album seit fast einem Vierteljahrhundert. In der ersten Hälfte der Siebziger verbanden die Berliner meisterhaft Improvisation, östliche Musikstile, Jazz und Elektronik und klangen dabei doch anders als alles aus Conny Planks kosmischem Kosmos. Auf "Momentum" ist nun einiges anders als vor fünfzig Jahren.
Omar & The Howlers
MIG
VÖ: 2023
In Deutschland waren Omar und seine grandiosen Howlers in den Achtzigern und Neunzigern sehr angesagt: Die Band spielte eine verführerische Mixtur aus Tex-Mex, Rock und Blues und ihr Sänger Omar Kent Dykes konnte einen das Fürchten lehren.
Saxon
Silver Lining
VÖ: 2024
Beim britischen Metal-Flagschiff sind auch weiterhin keinerlei Ermüdungserscheinungen festzustellen. Gleich der Titelsong gibt den Ton der Platte vor, verbindet wuchtige Kraftmeierei mit prägnanter Melodik und steht in der Tradition all jener markanten Preziosen, die seit 1980 das Schaffen der Briten auszeichnen.
Black Country Communion
Provogue
VÖ: 2017
Es ist die blanke Ironie des Schicksals: Erst mit der geräuschvollen und sehr hässlichen Art ihres Auseinanderbrechens hat die Black Country Communion das letzte noch ausstehenden Kriterium einer wahren Supergroup erfüllt: die bestenfalls geringfügige Überlebenschance. Es ist schön, dass es sie wieder gibt.
Robert Finley
Easy Eye Sound
VÖ: 2023
Robert Finley hat den Großteil seines Lebens im Norden Louisianas verbracht und ist froh, ein Landei geblieben zu sein bis heute. Nun aber ist seine Musik weltweit fest im Ohr all derer verankert, die sich an einem warmen, authentischen Blues-Sound und einer Menge Seele im Gesang erfreuen.
Filter
Golden Robot
VÖ: 2023
The Algorithm beendet eine langjährige Schaffenspause von Richard Patrick: Das achte Filter-Album entstand innerhalb von vier Jahren und erinnert ansatzweise an die guten, alten Zeiten.
Europe
Hell & Back Records
VÖ: 2017
Eine Hymne ist Pflicht pro Album: ›Walk The Earth‹ schreitet gravitätisch das vertraute Europe-Terrain ab: Vom Orgelschwellkörper zum Riff zum großmächtigen Joey Tempest-Gesang. Der singt nicht, der deklamiert, während die Kapelle das gewohnte Breitwand-Kino durchexerziert.

DAS AKTUELLE HEFT

Cover von ROCKS Nr. 101 (04/2024).