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Tesla

Twisted Wires & The Acoustic Sessions

Scarlet
VÖ: 2011

Wahre Wertarbeit mit Herz

Dass sie auch im schlanken Akustik-Arrangement keinen Deut ihrer Kraft und Souveränität einbüßen, haben die Hardrock-Chefs aus Sacramento bereits 1990 überraschend öffentlichkeitswirksam demonstriert: Noch bevor MTV das kommerzielle Potential derartiger Auftritte erkannte, initiierten Tesla mit dem unvergleichlichen Five Man Acoustical Jam die Unplugged-Welle der Neunziger.
21 Jahre später wagt der Fünfer Ähnliches — diesmal allerdings nicht im Konzert vor Publikum, sondern als Studioarbeit. Nicht alles ist taufrisch, zumindest aber ungehört: Sechs der Stücke auf Twisted Wires & The Acoustic Sessions sind die letzten Aufnahmen mit Originalgitarrist Tommy Skeoch (das Drogen-Problemkind wurde 2006 von Dave Rude ersetzt), sechs weitere sind erst in den letzten zwei Jahren entstanden. Dazu gehören auch die Neukompositionen ›Second Street‹ und ›Better Off Without You‹, von denen speziell die zweite Nummer als dramaturgisch feinfühlig aufgebaute Tesla-Perle mundet: mit zierenden Tremolo-Gitarren, feinem Klavier-Geklimper und einem eruptiven, vollverstärkten Mittelteil, in welchem Frank Hannon zu satten Power-Akkorden mit wehendem Haar ein Solo rockt — der ›Love Song‹ lässt grüßen.
Anders als jüngst bei Foreigner wurde für Twisted Wires & The Acoustic Sessions kein vorhersehbares Best-of-Repertoire bearbeitet, sondern tiefer unter der Oberfläche nach Liebhaberstücken und Herzensangelegenheiten der Musiker gegraben. ›Hang Tough‹, ›Into The Now‹, ›Changes‹, ›Edison’s Medicine‹, ›Shine Away‹, ›A Lot To Lose‹ sind allesamt klasse, zumal diesen Funden in den neuen Arrangements auch weiterhin eine gewisse Schwere zugestanden wird. ›I Love You‹ (im Original von der Climax Blues Band) ist von der I-Tunes-EP A Peace Of Time bekannt und wurde hier nochmals überarbeitet und mit warmen Vintage-Gitarrensounds veredelt; ähnliches geschieht in der Neufassung von ›What You Give‹ mit stilechtem Dobro-Geflirre. Wahre Wertarbeit mit Herz. Wie eigentlich alles von dieser Band.

(8/10)
TEXT: DANIEL BÖHM

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