SPOCK’S BEARD — The Light (1995)
Das Debüt der von den Brüdern Neal und Alan Morse gegründeten Band löst ein Erdbeben in der Szene aus und katapultiert seine Schöpfer direkt in die Ruhmeshalle des Art Rock. Die Studiokosten für ihren musikalischen Einstand stemmen die beiden aus eigener Tasche, eine Investition, die sich bezahlt macht. Was die von Bassist Dave Meros und Schlagzeuger Nick D’Virgilio komplettierte Truppe auf The Light abliefert, klingt wurzeltreu und trägt doch kein eingebautes Verfallsdatum. Der 15-minütige Titelsong wird von einer ätherischen Klaviermelodie eröffnet und entfaltet ganz gemächlich einen originellen und abgeklärten Sound, der in dem mit sechs Minuten kürzesten Song ›On The Edge‹ die Genesis zu Zeiten von The Lamb Lies Down On Broadway aufleben lässt.
Das großflächige Fundament aus Yes-, Beatles- und Gentle Giant-Elementen lässt in ›Go The Way You Go‹ eine kurze Heavy-Rock-Schlagseite aufblitzen, kultiviert aber gleichzeitig eine jazzige Leichtigkeit wie sie auch den Westcoast-Tüftlern Steely Dan zu eigen war. Das Vorzeigestück der Platte ist der in multiple Segmente unterteilte Song-Zyklus ›The Water‹, der sinfonische Tiefe, enormes technisches Können und eine Fülle brillanter Melodien zu einem monumentalen Epos formt. Die Tatsache, dass sich Neal Morse nach seinem Ausstieg bei Spock’s Beard mit Leib und Seele der christlichen Lehre widmet, lässt die Lyrics des Abschnitts ›When It All Goes To Hell‹ aus heutiger Sicht etwas rätselhaft erscheinen.
SPOCK’S BEARD — The Kindness Of Strangers (1998)
Neben dem Gesang auf der Bühne auch alle Tasteninstrumente und gelegentlich akustische oder Rhythmus-Gitarre zu bedienen, war für Neal Morse zunehmend zur Belastung geworden. Die Einstellung eines festen Keyboarders war alternativlos und Ryo Okumoto belebt den Sound der Formation merklich. Gefunden hatte die sich jedoch auf Beware Of Darkness (1996) hörbar noch nicht, obwohl ›The Doorway‹ Klassikerstatus erreicht. ›Thoughts‹ beruft sich offensichtlich auf Gentle Giant als wichtige Sound-Paten, doch die englischen Mittelalter-Barden spielen kurioserweise auf dem folgenden The Kindness Of Strangers kaum noch eine Rolle. Hiermit definieren Spock’s Beard ihren Klangkosmos letztendlich aus und gefallen mit vielen wärmenden Hammond-Passagen und Liedern, wie dem nach Vorbild einer klassischen Komposition angelegten ›Harm’s Way‹. Im fulminanten Einstieg ›The Good Don’t Last‹ erinnert ein Streichquartett an das Electric Light Orchestra, während nervöse Taktwechsel auf eine Kansas-Preziose wie ›Song For America‹ als Inspirationsquelle hindeuten. Die anstrengende King Crimson-Verbeugung ›In The Mouth Of Madness‹ und der flache Mainstream-Rocker ›Strange World‹ wären verzichtbar gewesen. Ein kleiner Makel, den das melancholische ›June‹ aber mehr als wettmacht, eine großformatige Lagerfeuer-Ballade, die auch schon ein wenig die bald beginnende Solo-Karriere von Neal Morse abbildet und fortan bei keinem Konzert der Bärte fehlen darf. Zumal sie sich hier auch als herausragende vielstimmige Gesangswunder präsentieren.
TRANSATLANTIC — Bridge Across Forever (2001)
Ende der neunziger Jahre formiert Morse mit Dream Theater-Trommler Mike Portnoy, Flower Kings-Gitarrist Roine Stolt und Marillion-Bassist Pete Trewavas die Progressive-Rock-Supergruppe Transatlantic, die sich diese Bezeichnung gleich mit ihrem Debüt SMPT:e (2000) redlich verdient. Im dreißigminütige ›All Of The Above‹ huldigen die vier Art-Rock-Liebhaber schamlos den Helden des Genres aus den Siebzigern und klingen doch keine Sekunde angestaubt. Retro ist für sie kein Schimpfwort, sondern Haltung, die mit einem Höchstmaß an technischer Finesse, durchgängiger Wucht und einer fast telepathischen Chemie einhergeht.
Gerade mal zehn Tage dauern die Aufnahmen ihres ersten Albums, das doch kaum mehr als eine Aufwärmübung darstellt und das schon der Einstieg zu Bridge Across Forever komplett in den Schatten stellt: Das 27-minütige ›Duel With The Devil‹ legt die auf dem Vorgänger noch mitunter hemmend wirkende Spock’s Beard-Schlagseite ab und reiht bravourös jubelnde Synthesizer-Sirenen, sanfte akustische Intermezzi, schwindelerregende Solo-Einlagen und einen muskelstrotzenden Hardrock-Jam in atemberaubender Präzision aneinander, die den Hörer sprachlos in den Sessel nagelt. Das noch einmal drei Minuten längere ›Stranger In Your Soul‹ ist der etwas gemäßigtere Fusion-Rock-Zwilling und tönt entspannter, ist aber musikalisch dennoch auf allerhöchstem Niveau angesiedelt. In der hörenswerten Beatles-Hommage ›Suite Charlotte Pike‹ beweisen sich alle vier Musiker durchaus ehrenhaft als Sänger, nur der balladeske Titelsong schwebt ein wenig im Nichts und findet keinen rechten Anschluss an den Rest. Auf einer Solo-Scheibe von Neal Morse wäre er zweifellos besser aufgehoben gewesen. Eine achtjährige Pause legen Transatlantic danach ein, das spirituell geprägte, fast achtzigminütige, Konzept-Album The Whirlwind rechtfertigt die lange Wartezeit aber allemal.
TRANSATLANTIC — The Absolute Universe (2021)
Das von ihnen selbst geschaffene Sub-Genre hatte The Whirlwind umfänglich ausgeschöpft, so profitiert das 2014 veröffentlichte Kaleidoscope schon durch kleinste Modifizierungen. Doch nicht nur dank der gelegentlichen Gesangseinlagen ihres Live-Musikers Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation gerät das eröffnende ›Into The Blue‹ zum stärksten Song einer Platte, die ansonsten wie ein Destillat aus dem Album Desolation Rose der Flower Kings, dem wunderbaren The Similitude Of A Dream der Neal Morse Band und dem transatlantischen Vorgänger The Whirlwind anmutet. Dem wirklichen Anspruch der Band wird sie in letzter Konsequenz aber nicht gerecht. Ganz anders dann The Absolute Universe, ein Monster-Werk, das mit seinen zwei unterschiedlichen Fassungen problemlos als das Mutterschiff der Neo-Prog-Konzept-Alben in die Geschichte eingehen könnte. Die lange, anderthalbstündige Version heißt The Absolute Universe: Forevermore, die kürzere hat The Breath Of Life als Untertitel und ist das Ergebnis eines Versuchs, sich den Songs von einer anderen Perspektive aus zu nähern.
Die wurden für diese alternative Ausgabe mit zum Teil veränderten Texten und anderen Arrangements komplett neu aufgenommen, auch die Leadgesänge haben die vier Musiker neu aufgeteilt. Das Morse-Merkmal, eine Platte mit einer Ouvertüre zu beginnen, ist auf The Absolute Universe besonders gut gelungen. Die komprimierten musikalischen Themen vereinen viele melodische Tropfen zu einem gewaltigen Strudel, der noch im herrlich theatralischen Finale ›Love Made A Way‹ spürbar nachhallt. Das harmonische ›Reaching For The Sky‹ kommt einem akustischen Sonnenbad gleich, während ›The World We Used To Know‹ oder das düstere ›Looking For The Light‹ mit einem Wechselspiel aus Kraft und melodischer Eleganz bestechen. Eine ausufernde Studio-Jam, wie es der Titelsong des Vorgängers gewesen ist, fehlt völlig, dafür orientiert sich The Absolute Universe immer wieder am songorientierten The Whirlwind, nimmt darauf in ›Heart Like A Whirlwind‹ oder dem mit vielstimmigen Gesangsharmonien veredelten ›Higher Than The Morning‹ sogar direkt Bezug. Schlussendlich ist The Absolute Universe in beiden Fassungen auch ein stolzes musikalisches Statement, das viele lose Enden verknüpft und ein ambitioniertes Projekt mutmaßlich einem ziemlich aufregenden Ende zuführt.
FLYING COLORS — Flying Colors (2012)
Es ist kein Fehler, wenn Neal Morse bei einer seiner zahlreichen Unternehmungen einmal nicht die musikalische Oberaufsicht führt. Seine Handschrift ist zwar deutlich präsent, doch den Ton geben andere vor. Neben Mike Portnoy, Sänger Casey McPherson und dem früheren Dixie Dregs-Bassisten Dave LaRue ist das vor allem LaRues ehemaliger Bandkollege Steve Morse, der 1988 auch kurz den Sound der amerikanischen Mainstream-Prog-Rocker Kansas prägte und 2022 nach vielen Jahren seinen Stammplatz bei den Veteranen Deep Purple kündigte. Wie er als wuchtiges Ein-Mann-Gitarren-Orchester eine folkloristische Melodie in dem in pompöser Transatlantic-Manier inszenierten ›Everything Changes‹ in die Gehörgänge brennt (und Neal Morse hiernach mit gewohnt salbungsvollem Pathos übernimmt) oder in der Kraft-Ballade ›Kayla‹ ein spektakuläres Solo zwischen dem exzellenten Refrain und der Bridge einfädelt, ist pure Weltklasse.
Einen besseren Sänger als McPherson könnte man sich für ihren betont eleganten Sound ebenfalls kaum vorstellen, der auch schwächere Stücke wie das alternativ angehauchte ›The Storm‹ vor der Beliebigkeit rettet. Allemal besser sind das distinguiert tönende ›Blue Ocean‹, das sinfonischen Prog mit Jazz-Fusion koppelt und damit ihren musikalischen Stil im Handstreich skizziert, oder ›Shoulda, Woulda, Coulda‹, das den Hörer als Heavy-Rocker mit Purple-Riff überrumpelt und am Ende in einem sperrigen Trommelinferno eskaliert. Portnoys lässiges Power-Drumming siedelt auch das monströs groovende ›All Falls Down‹ am oberen Ende der Härteskala an, in dem zum Teil von ihm gesungenen ›Fool In My Heart‹ oder dem puren Pop von ›Love Is What I’m Waiting For‹ wirken die obligatorischen Beatles-Anklänge dann als krasser Kontrast. Im abschließenden Jam ›Infinite Fire‹ bündeln die Ausnahmetalente noch einmal ihre Stärken.
FLYING COLORS — Second Nature (2014)
Ihr zweites Werk betont die progressive Schlagseite eindeutig stärker und wirkt dennoch kompositorisch ausgereifter, gefühlvoller, wenn auch einen Hauch weniger spontan. Jeder der fünf Ausnahme-Musiker rückt hier seine Fähigkeiten noch stärker ins rechte Licht, mit Ausnahme von Steve Morse, dessen begnadeter Gitarrenton schon auf dem Debüt selbst noch den letzten Winkel ausgeleuchtet hatte. Das Piano-Intro im eröffnenden ›Open Your Eyes‹ hätte auch prima als opulente Transatlantic-Ouvertüre herhalten können, ansonsten ist der Spagat zwischen traditionellem Prog, Melodiefülle und einem modernen Ansatz — sofern der überhaupt auf dem Erstling in der Form geplant war — noch besser gelungen. ›A Place In Your World‹ und das etwas zerfranste ›Cosmic Symphony‹ betonen die experimentellere Schlagseite ihres Sounds, während das geradlinige ›Mask Machine‹ unerwartet aggressiv tönt. In ›Bombs Away‹ lässt ein betont dumpfer Riff die himmlische Melodie noch heller strahlen und die stille und friedvolle Atmosphäre der von McPherson sehr emotional intonierten Gospel-Ballade ›Peaceful Harbor‹ steigert sich mit opulenten Chören und Streichern zu einem orchestralen Finale, dem das luftige ›One Love Forever‹ einen fröhlichen Irish-Folk-Charme entgegensetzt. Ihre Fähigkeit, sich schlafwandlerisch sicher zwischen Progressive-, Heavy-Rock und Pop zu bewegen, macht auch ihr bislang letztes Album Third Degree (2019) zu einem musikalischen Großereignis.
NEAL MORSE — Momentum (2012)
Neben all seinen Projekten betreibt Morse auch eine weitgehend hochwertige Solo-Karriere, die zuletzt das autobiografische und musikalisch an Bruce Hornsby erinnernde Never Been Down This Road (2025) hervorgebracht hat. Kurz nach seinem Ausstieg bei Spock’s Beard thematisiert Testimony (2003) vorrangig seine religiöse Erweckung und bildet den Grundstein seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Mike Portnoy. Im Abstand von jeweils nur einem Jahr folgen das stärkere One und das Bombast-Opus ?. Mit drei ultralangen Stücken und einem düsteren Ansatz gerät Sola Scriptura (2007) zu seinem am meisten diskutierten Werk. Testimony 2 setzt sich dann mit der (zum Glück überstandenen) Herzkrankheit seiner Tochter Jada auseinander. Ihre vollständige Genesung beflügelt das Entstehen von Momentum hörbar. Befreit und kraftvoll, statt bedrückend und gedankenschwer, so präsentiert sich Morse in ›Smoke And Mirrors‹ oder dem Titelsong, den Mr. Big-Gitarrist Paul Gilbert mit einem feinen Solo adelt. Und im 34-minütigen ›World Without End‹ manifestiert sich dann auch endgültig jene Besetzung, die den Zusatz „Band“ für sein künftiges Schaffen unverzichtbar macht. Mit Portnoy, Gitarrist Eric Gillette, Bassist Randy George und Multiinstrumentalist Bill Hubauer entstehen weitere Großtaten unter der Firmierung Neal Morse Band.
THE NEAL MORSE BAND — The Grand Experiment (2015)
Dass der Chef während der Produktion ihres ersten Albums als Neal Morse Band im Energiesparmodus läuft, ist ihm nicht zu verdenken. Gut dreißig Mammut-Auftritte mit Transatlantic hatte Morse gerade hinter sich gebracht, zudem einen spontanen Ausflug in Singer/Songwriter-Gefilde mit Songs From November sowie die kräftezehrenden Aufnahmen zum Flying Colors-Album Second Nature. Außerdem stehen die Proben für das Morsefest an, ein besonderes Event in seiner Heimatstadt Nashville, bei dem er an zwei Abenden die beiden Scheiben One und Testimony in ihrer Gesamtheit aufführen würde. Und so ganz nebenbei entsteht nach dem traditionellen Truthahnessen in dem seiner Bleibe angegliederten Studiokomplex das handfeste Band-Debüt The Grand Experiment.
Seinen Titel trägt es zu Recht trägt, denn Morse überlässt seinen Mitmusikern in weiten Teilen die musikalische Entscheidungsgewalt und verspachtelt im Nachhinein bestenfalls kleine Unebenheiten. Der Ohrwurm ›Agenda‹ ist ein Überbleibsel seiner November-Lieder und mutiert zu jenem forschen modernen Rocker erst in der Bearbeitung seiner Kollegen. Die nehmen sich auch gleich mehrere unbenutzte Liedfragmente vor und basteln daraus die durchweg ehrenwerte Siebziger-Reminiszenz ›The Call‹, in der sich vor allem Portnoy als begabter Arrangeur hervortut. Das wechselt mit fliegenden Duellen zwischen Gitarre und Keyboard, Minimoog-Einlagen, einem Funk-Break und einem dampfenden Heavy-Rock-Mittelteil mehrfach den Kurs und klingt dennoch wie aus einem Guss, zu dem der sparsam instrumentierte Crosby, Stills & Nash-Moment ›Waterfall‹ einen reizvollen Kontrast bildet. Am Ende lotet ›Alive Again‹ 27 kurzweilige Minuten lang das Spektrum zwischen komplexen Instrumentalpassagen, üppigen Gesangsarrangements und leidenschaftlichen Jam-Momenten aus. Ein gelungenes Experiment.
THE NEAL MORSE BAND — The Similitude Of A Dream (2016)
Von einem spaßigen Proberaum-Schaulaufen hat das nachfolgende The Similitude Of A Dream herzlich wenig. Das Quintett hat hörbar Zeit auf das Polieren der Songs und die Arrangements verwendet, um das der Platte zugrundeliegende textliche Konzept umzusetzen. Das 1678 veröffentlichte Erbauungsbuch Pilgrim’s Progress des englischen Baptistenpredigers John Bunyan ist eine gleichnishafte Darstellung des christlichen Glaubens als steinige Reise zu Erlösung und spiritueller Erleuchtung und hat viel mit Morses eigener Biografie gemeinsam.
In Songs wie dem an frühe Genesis erinnernden ›The Way Of The Fool‹ oder ›Slave To Your Mind‹ entfaltet sich eine berührende und zutiefst wundersame Klangreise, die brillante musikalische Themen, instrumentale Achterbahnfahrten, eingängige Pop-Ohrwürmer, an Film-Soundtracks gemahnende Klangschwelgereien und halsbrecherisch-jazzige Breaks mit schlafwandlerischer Sicherheit verknotet und dabei jederzeit kompakt wirkt. Die riesige Bandbreite ist das Ergebnis einer eigenen musikalischen Definition, die jedem Charakter, der dem Prediger auf seiner Reise begegnet, verordnet wird, ein Kniff, den einst auch The Who bei Tommy angewandt haben. Er selbst habe sich sofort in Sloth, dem Faulen, wiedererkannt, sagt Morse damals. Der Mann hat gut lachen. The Similitude Of A Dream hat gute Chancen, dereinst zum Maßstab seines künstlerischen Schaffens erklärt zu werden.
COSMIC CATHEDRAL — Deep Water (2025)
Die Rückkehr seines langjährigen Partners Mike Portnoy zu Dream Theater hatte keine kreative Lähmung zur Folge, im Gegenteil. Im Zeitraum von zwei Jahren finalisiert Morse die zweiteilige Rock-Oper Joseph, das akustisch gehaltene Late Bloomer, den zweiten Streich seines Spaßprojekts D’Virgilio, Morse & Jennings sowie das Debüt No Hill For A Climber seiner aus jungen, in Nashville verorteten, Musikern bestehenden Truppe The Resonance. Die Verpflichtung des Genesis-Live-Schlagzeugers Chester Thompson für sein Spontan-Projekt Cosmic Cathedral gleicht einem Geniestreich. Nicht nur lässt sich so der gewohnte Prog-Sound in ›The Heart Of Life‹ sehr stimmig mit der von Morse geliebten A Trick Of The Tail- oder Wind And Wuthering-Phase der englischen Prog-Urväter verbinden, auch der Vergleich des Trommel-Stils des unfehlbaren Präzisionsuhrwerks Thompson mit dem von Portnoy und der Effekt, den diese unterschiedlichen Spielweisen auf das Wirken von Morse haben, ist reizvoll. Der eher zurückgenommene, stetige und ganz spezielle Groove Thompsons rückt ein Lied wie ›Time To Fly‹ dann auch in Gefilde der Westcoast Eigenbrötler Steely Dan oder der Doobie Brothers. In der fast vierzigminütigen ›Deep Water Suite‹ laufen alle Eigenheiten des Morse-Universums in einem spielfreudigen und virtuosen Mahlstrom zusammen, der aber auch ein wenig die Einmaligkeit des Projekts unterstreicht.








