Fast kollektiv hat die Prog-Elite gegen Mitte der siebziger Jahre einen Schwenk in Richtung Radioakzeptanz vollzogen. Die in Hamburg ansässigen Nektar waren keine Ausnahme. Nur hatten die auch noch den Ausstieg ihres kreativen Kopfes Roye Albrighton zu verkraften, der erst drei Jahre später für das Album Man In The Moon wieder zurückkehrte. Ob gewollt oder von ihrer Plattenfirma gedrängt, weiß man nicht, jedenfalls fand mit dem amerikanischen Interimsgitarristen Dave Nelson ein Kurswechsel in Richtung AOR statt. Lieder wie ›Midnight Lite‹ oder ›Train From Nowhere‹ sind leichtgewichtige Popsongs, wie man sie aus jener Zeit von den Doobie Brothers oder Air Supply kennt, ansonsten fehlt Magic Is A Child eine klare Linie und verheddert sich hoffnungslos zwischen Beatles- (›Love To Share‹) und Wishbone Ash-Anleihen (›Listen‹). Selbst der melodische und dezent sinfonische Prog von ›Away From Asgard‹ oder der an Barclay James Harvest erinnernde Titelsong können den Absturz nicht retten. Nektars insgesamt siebter Streich hat sich den Titel als ihr mutmaßlich schwächstes Album redlich verdient. Zwei Live-Mitschnitte aus dem Jahr 1977 werten diese Neuveröffentlichung zwar prinzipiell auf, deren Qualität ist jedoch grenzwertig.
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Album: 5









