Das dritte Album der Kanadier ist mit Spannung erwartet worden. Auch wegen der Frage, ob es Kevin Comeau und Cody Bowles gelingen würde, sich den Rush-Spätsiebziger-Sound stärker zu eigen zu machen, den sie auf Fearless so genussvoll pflegten. Eine Abkehr davon deuteten die beiden esoterisch und weltmusikalisch angehauchten Ritual-EPs im vergangenen Jahr zumindest vage an. Auf der A-Seite der Vinyl-Version von Apocalypse zitieren Crown Lands nun viel und ausgiebig, aber nicht unbedingt und ausschließlich das wiedervereinte Götter-Trio. Dass Comeau die zweite Queen-LP als tiefe Inspirationsquelle dient, belegt das Album-Intro ›Proclamation‹ eindeutig, Songs wie ›Through The Looking Glass‹ oder ›Black Star‹ klingen danach kompakter, melodischer und bissiger als die des Vorgängers Und sind auch um einiges dynamischer produziert. Das Duo ist auf gutem Weg zu einem eigenen Sound, was besonders für das erhabene ›The Revenants‹ zutrifft. Es macht Laune, die mehr oder minder gut versteckten Anspielungen auf Pink Floyd, Yes, Led Zeppelin aufzuspüren. Wer die Band hauptsächlich wegen ihrer zeitgemäßen Aufarbeitung des Rush-Sounds verehrt, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Das lyrische Konzept um einen totalitären Planeten-Staat in ferner Zukunft ist natürlich 2112 pur, der zwanzigminütige Titelsong knüpft dann auch an Werke wie Hemispheres oder A Farewell To Kings an, doch haben die Juno-Awards-Gewinner dafür ihren eigenen Ausdruck gefunden.
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